Pasta con le Sarde und Fregola mit Sardinen neben Pizza, Sauerteigbrot und Blumenkohl

Rezepte aus Sardinen: 7-mal Köstliches mit Pasta, Pizza, Brot und Fregola

Bei einer Dose Sardinen denkt man vielleicht zuerst an Brot oder Salat. Dabei geht deutlich mehr. Sardinen können in einer Pastasoße landen, eine Pizza kräftiger machen oder zusammen mit Linsen zu einer vollständigen Mahlzeit werden. Frische Sardinen wiederum lassen sich kurz braten und mit Fregola servieren.

Für mich liegt der Unterschied weniger im Aufwand als in der Frage, welche Zutaten den Fisch begleiten. Zitrone und Petersilie machen ihn frischer, Tomaten und Zwiebeln runder, Fenchel und Rosinen deutlich sizilianisch.

In der Testküche eines Kochbuchverlags habe ich einmal zwei fast gleiche Sardinenbrote vorbereitet. Bei einem kam das gesamte Öl aus der Dose aufs Brot, beim anderen ließ ich den Fisch gründlich abtropfen und gab erst am Schluss etwas frisches Olivenöl dazu. Das erste Brot war nach wenigen Minuten weich. Das zweite blieb knusprig und schmeckte klarer. Seitdem behandle ich Dosenöl nicht automatisch wie eine fertige Soße.

Die folgenden Rezepte mit Sardinen reichen vom schnellen Abendbrot bis zur Muschelsuppe. Einige italienische Sardinen-Rezepte brauchen etwas mehr Vorbereitung, Brot und Salat stehen dagegen schnell auf dem Tisch.

Alle Nährwerte sind Näherungen. Sie hängen vor allem davon ab, wie gründlich du Ölsardinen abtropfen lässt, wie viel Flüssigkeit beim Garen verdampft und welche Brot-, Pasta- oder Käsesorte du verwendest.

Was kann man aus Sardinen machen?

Aus Sardinen aus der Dose werden in wenigen Minuten Brotbelag, Salat oder Pastasoße. Für einen schnellen Sardinenaufstrich kannst du den abgetropften Fisch außerdem mit Zitronensaft, Pfeffer und etwas Frischkäse oder Joghurt zerdrücken.

Sardinen-Rezepte mit Muschelsuppe, Pasta, Sauerteigbrot, Linsensalat und Blumenkohl

Frische Sardinen lassen sich schlicht braten, grillen oder im Ofen garen. Für Pizza, Fregola und Suppe braucht es etwas mehr Zeit, aber keine besondere Küchentechnik.

Entscheidend ist vor allem, ob der Fisch bereits gegart aus der Dose kommt oder frisch in die Pfanne soll.

Frische Sardinen oder Sardinen aus der Dose?

Sardinen aus der Dose sind bereits gegart. Du kannst sie direkt essen und solltest sie in warmen Gerichten nur kurz mitziehen lassen. Sonst zerfallen sie und werden trocken.

Beim Haltbarmachen von Fischkonserven erklärt das Bundeszentrum für Ernährung, dass Dauerkonserven bei über 100 °C sterilisiert werden. Nach dem Öffnen solltest du den Fisch entweder sofort essen oder in ein sauberes, fest schließendes Gefäß umfüllen, im Kühlschrank lagern und spätestens am nächsten Tag verbrauchen.

Frische Sardinen sollten angenehm nach Meer riechen, klare Augen, rote Kiemen und eine glatte, glänzende Haut haben. Am einfachsten ist es, sie bereits küchenfertig zu kaufen. Dann sind Kopf und Innereien entfernt. Tiefgekühlte, ausgenommene Sardinen sind eine praktische Alternative, wenn du keine frischen bekommst.

VarianteBesonders geeignet fürWas du beachten solltest
Sardinen in ÖlBrot, Pasta, Pizza, SalatGut abtropfen lassen; Öl danach gezielt dosieren
Sardinen im eigenen SaftSuppe, Salat, leichte SoßenMilder und weniger fett, dafür etwas trockener
Sardinen in TomatensoßeEintopf, schnelle PastaSalz und Säure erst am Ende prüfen
Frische SardinenPfanne, Grill, FregolaKüchenfertig kaufen und nur kurz garen

Die Mengen in den Rezepten beziehen sich bei Dosenfisch immer auf das Abtropfgewicht. Für 240 g abgetropfte Sardinen brauchst du je nach Dosengröße meistens zwei bis drei Dosen. Entscheidend ist nicht das Gesamtgewicht auf der Vorderseite, sondern die Angabe zum Abtropfgewicht.

7 einfache und köstliche Sardinen-Rezepte

Die Auswahl ist bewusst unterschiedlich: Sechs Rezepte funktionieren mit Sardinen aus der Dose, eines mit frischen Sardinen. Brot, Salat und Pizza eignen sich gut für unkomplizierte Mahlzeiten. Pasta, Fregola und Muschelsuppe sind vollständige Hauptgerichte und brauchen etwas mehr Vorbereitung.

1. Sardinen auf geröstetem Sauerteigbrot

Rezepte aus Sardinen: Sauerteigbrot mit Sardinen, Tomaten, roten Zwiebeln und Kapern

Kalorien pro 100 g: ca. 164 kcal
Für: 4 Personen als kleine Mahlzeit
Vorbereitung: 15 Minuten
Garzeit: 8 Minuten
Gesamtzeit: 23 Minuten
Fertige Menge: ca. 825 g

Zutaten

  • 4 große Scheiben Sauerteigbrot, zusammen ca. 280 g
  • 240 g Sardinen in Olivenöl, Abtropfgewicht
  • 200 g reife Tomaten
  • 1 kleine rote Zwiebel, ca. 60 g
  • 1 EL Kapern, ca. 15 g
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl
  • schwarzer Pfeffer
  • wenig Salz

Zubereitung

  1. Gib die Sardinen in ein Sieb und lass sie fünf Minuten abtropfen. Drücke nicht auf die Filets, sonst zerbrechen sie. Schneide währenddessen die Tomaten in kleine Würfel und die Zwiebel in sehr dünne Halbringe.
  2. Verrühre Tomaten, Zwiebel, Kapern, Petersilie, Zitronensaft und Olivenöl. Pfeffere kräftig. Salz kommt erst nach dem Probieren dazu, weil Kapern und Sardinen bereits salzig sind.
  3. Röste das Brot in einer trockenen Pfanne pro Seite zwei bis drei Minuten. Es soll außen fest werden, innen aber noch etwas weich bleiben. Alternativ kommt es bei 220 °C Ober-/Unterhitze für sechs bis acht Minuten in den Ofen.
  4. Verteile den Tomatenmix erst unmittelbar vor dem Essen auf dem Brot. Lege die Sardinen in groben Stücken darauf. So bleibt die Unterseite knusprig.

Normales Roggenmischbrot oder Baguette funktioniert ebenfalls. Sauerteig ist nicht zwingend nötig, sein leicht säuerlicher Geschmack passt nur besonders gut. Kapern kannst du weglassen; dann hilft ein zusätzlicher Teelöffel Zitronensaft.

Die gleiche kleine Regel nutze ich auch bei meinen Bruschetta-Ideen: Feuchter Belag kommt erst kurz vor dem Servieren aufs geröstete Brot.

NährwertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 206 g
Kalorien164 kcal338 kcal
Eiweiß10,5 g21,6 g
Fett5,2 g10,7 g
Kohlenhydrate18,9 g38,9 g

2. Pasta con le Sarde – alltagstauglich mit Dosensardinen

Pasta con le Sarde mit Sardinen, Fenchel, Rosinen und Pinienkernen

Pasta con le Sarde wird auf Sizilien nicht überall gleich gekocht. Es gibt regionale Fassungen mit oder ohne Tomate, außerdem gebackene Versionen. Frische Sardinen, wilder Fenchel, Rosinen und Pinienkerne gehören zu den häufigen Grundlagen; manche Rezepte verwenden zusätzlich Safran.

Meine Version übernimmt diese Richtung, nutzt aber Dosensardinen und normalen Fenchel. Sie ist deshalb eine alltagstaugliche Variante und nicht als Originalrezept gemeint.

Kalorien pro 100 g: ca. 166 kcal
Für: 4 Personen
Vorbereitung: 20 Minuten
Garzeit: 30 Minuten
Gesamtzeit: 50 Minuten
Fertige Menge: ca. 1.500 g

Zutaten

  • 320 g Bucatini oder Spaghetti
  • 240 g Sardinen in Öl, abgetropft
  • 1 Fenchelknolle mit Grün, ca. 300 g
  • 1 Zwiebel, ca. 100 g
  • 2 Sardellenfilets, ca. 20 g
  • 30 g Rosinen
  • 25 g Pinienkerne
  • 1 kleine Prise Safranfäden
  • 3 EL Olivenöl, ca. 30 g
  • 40 g Semmelbrösel
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Lege Rosinen und Safran in eine kleine Schüssel und gieße 100 ml warmes Wasser darüber. Lass beides etwa zehn Minuten ziehen.
  2. Schneide die Zwiebel klein. Entferne die harten Stiele vom Fenchel, hebe das feine Grün auf und würfle die Knolle.
  3. Röste die Pinienkerne ohne Fett hellbraun und nimm sie sofort aus der Pfanne. Röste danach die Semmelbrösel mit einem Teelöffel Öl. Beides verbrennt schnell, also bleib dabei.
  4. Erhitze das restliche Öl in einer großen Pfanne. Dünste Zwiebel und Fenchel acht bis zehn Minuten bei mittlerer Hitze. Rühre die Sardellenfilets ein, bis sie im heißen Gemüse fast vollständig zerfallen.
  5. Gib Rosinen und Safranwasser dazu und lass alles fünf Minuten leise kochen.
  6. Koche die Pasta in Salzwasser eine Minute kürzer, als auf der Packung angegeben ist. Schöpfe vor dem Abgießen etwa 200 ml Nudelwasser ab.
  7. Gib die Pasta und zunächst 100 ml Nudelwasser in die Pfanne. Teile die Sardinen grob und hebe sie zusammen mit den Pinienkernen unter. Schwenke alles ein bis zwei Minuten. Wird die Soße zu trocken, kommt löffelweise mehr Nudelwasser dazu.
  8. Schmecke mit Pfeffer und Zitronensaft ab. Verteile die gerösteten Brösel und das gehackte Fenchelgrün darüber.

Wilder Fenchel ist in Deutschland schwer zu bekommen. Fenchelgrün plus ein halber Teelöffel leicht zerdrückte Fenchelsamen ist ein brauchbarer Ersatz.

Safran prägt Duft und Farbe, das Gericht gelingt aber auch ohne ihn. Pinienkerne lassen sich durch gehackte Mandeln ersetzen. Rosinen würde ich nicht vorschnell streichen. Ihre kleine Süße fängt die salzigen Sardellen und den leicht herben Fenchel ab. Falls du Trockenfrüchte in herzhaften Gerichten überhaupt nicht magst, kannst du sie trotzdem weglassen.

NährwertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 375 g
Kalorien166 kcal623 kcal
Eiweiß8,0 g30,0 g
Fett5,6 g21,0 g
Kohlenhydrate21,1 g79,1 g

3. Fregola mit Sardinen und wildem Brokkoli

Fregola Sarda mit Sardinenfilets, Broccolini, Mandeln und Zitrone

Fregola sind kleine, häufig geröstete Hartweizenkügelchen aus Sardinien. Sie garen ähnlich wie kurze Pasta und geben dabei Stärke an die Flüssigkeit ab.

Fregola, wilder Brokkoli und frische Sardinen werden auch in diesem Rezept von essen & trinken kombiniert. Für meine Fassung habe ich vor allem die Öl- und Buttermenge reduziert.

Kalorien pro 100 g: ca. 208 kcal
Für: 4 Personen
Vorbereitung: 25 Minuten
Garzeit: 30 Minuten
Gesamtzeit: 55 Minuten
Fertige Menge: ca. 1.450 g

Zutaten

  • 250 g Fregola Sarda
  • 12 kleine frische Sardinen, küchenfertig, zusammen ca. 600–700 g; etwa 420 g essbarer Anteil
  • 300 g wilder Brokkoli, Brokkolini oder normaler Brokkoli
  • 2 Schalotten, ca. 60 g
  • 1 Knoblauchzehe
  • 150 ml trockener Weißwein
  • bis zu 800 ml warme Gemüsebrühe
  • 30 g Butter
  • 4 EL Olivenöl, ca. 45 g
  • ca. 40 g Mehl zum Wenden; ein Teil bleibt übrig
  • 50 g fein geriebener Parmesan
  • 20 g Mandelblättchen
  • Abrieb von 1/2 Bio-Zitrone
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Tupfe die ausgenommenen Sardinen trocken. Prüfe, ob noch Schuppen oder harte Flossen vorhanden sind.
  2. Bei ganzen küchenfertigen Sardinen bleibt die Mittelgräte während des Bratens normalerweise im Fisch. Auf dem Teller kannst du zuerst das obere Filet lösen, die Gräte anheben und danach das untere Filet essen. Wenn du diesen Schritt vermeiden möchtest, bitte den Fischhändler um aufgeklappte, entgrätete Sardinen.
  3. Würfle Schalotten und Knoblauch. Dünste beides in 10 g Butter an. Rühre die Fregola eine Minute mit, lösche mit Weißwein ab und lass ihn etwa zur Hälfte einkochen.
  4. Gieße zunächst 600 ml Brühe an. Koche die Fregola offen nach Packungsangabe, meist 10 bis 15 Minuten. Rühre regelmäßig und ergänze nur so viel Brühe, wie die Pasta tatsächlich aufnimmt. Die Konsistenz soll saftig, aber nicht suppig sein.
  5. Brate den Brokkoli in einem Esslöffel Öl fünf bis sechs Minuten. Bei normalem Brokkoli schneidest du die Röschen vorher klein, damit sie gleichmäßig garen. Gib zwei Esslöffel Wasser dazu und setze für weitere drei Minuten den Deckel auf.
  6. Röste die Mandelblättchen kurz mit und nimm anschließend alles aus der Pfanne.
  7. Salze die Sardinen leicht, wende sie dünn in Mehl und klopfe überschüssiges Mehl sorgfältig ab. Von den 40 g bleibt normalerweise ein Teil übrig.
  8. Brate die Sardinen im restlichen Öl bei mittlerer bis kräftiger Hitze je Seite zwei bis drei Minuten. Wende sie möglichst nur einmal.
  9. Rühre die restliche Butter und den Parmesan unter die Fregola. Schmecke mit Zitronenabrieb, Zitronensaft und Pfeffer ab. Richte Brokkoli und Sardinen darauf an.

Risoni oder Kritharaki sind der Fregola ähnlicher als Couscous und können nach ihrer jeweiligen Packungsangabe direkt in der Brühe garen. Grober Couscous funktioniert ebenfalls, wird aber besser separat zubereitet. Das Ergebnis schmeckt dann weniger röstig.

Für eine alkoholfreie Variante ersetzt du den Wein durch zusätzliche Brühe und zwei Teelöffel Zitronensaft. Dosensardinen funktionieren ebenfalls. Sie werden weder mehliert noch gebraten, sondern erst auf der fertigen Fregola vorsichtig erwärmt.

Bei der Berechnung der Nährwerte ist berücksichtigt, dass nicht das gesamte Mehl am Fisch haften bleibt. Wie viel Öl nach dem Braten in der Pfanne zurückbleibt, kann den tatsächlichen Wert zusätzlich verändern.

NährwertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 363 g
Kalorien208 kcal755 kcal
Eiweiß10,7 g38,8 g
Fett9,9 g35,9 g
Kohlenhydrate17,4 g63,2 g

4. Sardinen-Pizza mit roten Zwiebeln

Pizza mit Sardinen, Tomaten, Mozzarella, roten Zwiebeln und Oliven

Kalorien pro 100 g: ca. 216 kcal
Für: 4 Personen
Vorbereitung: 15 Minuten
Vorheizen: ca. 25 Minuten
Garzeit: ca. 18 Minuten
Gesamtzeit: ca. 43 Minuten mit fertigem Teig
Fertige Menge: ca. 1.150 g

Zutaten

  • 500 g Pizzateig, selbst gemacht oder aus dem Kühlregal
  • 250 g Passata
  • 150 g Mozzarella
  • 240 g Sardinen in Öl, abgetropft
  • 1 große rote Zwiebel, ca. 120 g
  • 50 g schwarze Oliven, entsteint
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Heize den Ofen samt umgedrehtem Backblech mindestens 25 Minuten auf 220 °C Ober-/Unterhitze vor. Das heiße Blech hilft dem Boden, schneller fest zu werden.
  2. Während der Ofen aufheizt, schneidest du Zwiebel und Mozzarella in dünne Scheiben. Drücke den Mozzarella zwischen Küchenpapier etwas aus. Lass auch die Sardinen gründlich abtropfen.
  3. Rolle den Teig auf Backpapier zu einem großen Rechteck oder zwei runden Pizzen aus. Bestreiche ihn dünn mit Passata. Ein etwa zwei Zentimeter breiter Rand bleibt frei.
  4. Verteile Mozzarella, Zwiebel und Oliven. Ziehe die Pizza samt Backpapier vorsichtig auf das heiße Blech. Backe sie zunächst etwa 14 Minuten.
  5. Lege die Sardinen erst jetzt auf die Pizza. Backe sie weitere vier Minuten. So werden die Filets heiß, trocknen aber nicht unnötig aus.
  6. Gib Pfeffer, Oregano und ein wenig Olivenöl erst nach dem Backen darüber.

Mozzarella ist nicht zwingend. Ohne Käse wird die Pizza kräftiger und etwas trockener; dann helfen zwei zusätzliche Esslöffel Passata.

Wer beim Teig zwischen Pinsa und Pizza schwankt, kann denselben Belag auch auf einen vorgebackenen Pinsa-Boden geben. Die Sardinen kommen auch dort erst in den letzten Minuten dazu.

NährwertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 288 g
Kalorien216 kcal622 kcal
Eiweiß11,4 g32,8 g
Fett8,4 g24,2 g
Kohlenhydrate23,9 g68,8 g

5. Tomatige Muschelsuppe mit Sardinen

Tomaten-Muschelsuppe mit Sardinenfilets, Miesmuscheln und Petersilie

Diese Kombination ist kein deutscher Suppenklassiker. Sie lehnt sich an mediterrane Fischereintöpfe an, in denen Tomaten, kleine Fische und Muscheln gemeinsam in den Topf kommen.

In einer kleinen Bistroküche habe ich gelernt, Muschelsud nie ungeprüft in eine Soße zu kippen. Ein feines Sieb hält Sand und kleine Schalenstücke zurück. Dieser Schritt ist hier wichtiger als ein weiteres Gewürz.

Kalorien pro 100 g: ca. 74 kcal
Für: 4 Personen
Vorbereitung: 25 Minuten
Garzeit: 30 Minuten
Gesamtzeit: 55 Minuten
Fertige Menge: ca. 1.750 g

Zutaten

  • 1 kg frische Miesmuscheln in der Schale, ergibt etwa 200–250 g Muschelfleisch
  • 240 g Sardinen in Öl, abgetropft
  • 800 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 500 ml Fischfond oder milde Gemüsebrühe
  • 150 ml trockener Weißwein
  • 1 große Zwiebel, ca. 150 g
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 1 kleines Bund Petersilie
  • schwarzer Pfeffer
  • wenig Salz

Zubereitung

  1. Spüle die Muscheln unter kaltem Wasser ab und bürste Schmutz von den Schalen. Entferne auch sichtbare Bartfäden.
  2. Sortiere Muscheln mit stark beschädigten Schalen aus. Leicht geöffnete Exemplare klopfst du vorsichtig auf die Arbeitsfläche. Schließen sie sich nicht, werden sie ebenfalls entsorgt. Der NDR erklärt die Kontrolle frischer Muscheln nach demselben Prinzip.
  3. Würfle Zwiebel und Knoblauch. Dünste beides im Olivenöl etwa sechs Minuten. Gib Chiliflocken, Tomaten und Fond dazu und lass die Suppe 15 Minuten ohne Deckel köcheln.
  4. Erhitze den Wein in einem zweiten großen Topf. Gib die Muscheln hinein, schließe den Deckel und gare sie fünf bis sechs Minuten bei kräftiger Hitze. Rüttle den Topf zwischendurch einmal vorsichtig.
  5. Hebe die geöffneten Muscheln heraus. Exemplare, die nach dem Kochen geschlossen bleiben, kommen weg.
  6. Gieße den Muschelsud durch ein sehr feinmaschiges Sieb. Wenn dein Sieb eher grob ist, kannst du es zusätzlich mit einem sauberen, angefeuchteten Passiertuch oder einem Stück Küchenpapier auslegen.
  7. Gieße den gefilterten Sud in die Tomatensuppe.
  8. Löse etwa zwei Drittel des Muschelfleischs aus den Schalen. Gib das Fleisch und die grob geteilten Sardinen in die Suppe und erhitze alles weitere zwei Minuten.
  9. Richte die übrigen Muscheln in der Schale darauf an und streue die gehackte Petersilie darüber.

Ohne Wein nimmst du 150 ml zusätzlichen Fond und einen Esslöffel Zitronensaft. Fischfond ist nicht zwingend; eine wenig gesalzene Gemüsebrühe reicht ebenfalls.

Falls du keine frischen Muscheln bekommst, kannst du etwa 250 g bereits gegartes, tiefgekühltes Muschelfleisch verwenden. Lass es im Kühlschrank auftauen. Dünste in diesem Fall zuerst Zwiebel und Knoblauch an, lösche sie mit dem Wein ab und lass ihn zwei Minuten einkochen. Danach kommen Tomaten und Fond dazu. Das aufgetaute Muschelfleisch wird zusammen mit den Sardinen am Schluss vollständig erhitzt.

Die Nährwerttabelle ist für die Variante mit frischen Miesmuscheln berechnet. Brot passt gut dazu, ist aber nicht eingerechnet.

NährwertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 438 g
Kalorien74 kcal324 kcal
Eiweiß5,8 g25,4 g
Fett3,2 g14,0 g
Kohlenhydrate3,9 g17,1 g

6. Linsensalat mit Sardinen, Gurke und Tomaten

Linsensalat mit Sardinen, Tomaten, Gurke, Rucola und roten Zwiebeln

Kalorien pro 100 g: ca. 97 kcal
Für: 4 Personen
Vorbereitung: 20 Minuten
Garzeit: keine, wenn du vorgegarte Linsen verwendest
Ziehzeit: 10 Minuten
Gesamtzeit: ca. 30 Minuten
Fertige Menge: ca. 1.450 g

Zutaten

  • 500 g gegarte braune oder grüne Linsen, gut abgetropft
  • 240 g Sardinen in Öl, abgetropft
  • 250 g Kirschtomaten
  • 200 g Salatgurke
  • 1 kleine rote Zwiebel, ca. 80 g
  • 100 g Rucola
  • 2 EL Olivenöl
  • 3 EL Zitronensaft
  • 3 EL gehackte Petersilie
  • 1 TL Dijon-Senf
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Spüle Linsen aus der Dose in einem Sieb kurz ab und lass sie gründlich abtropfen.
  2. Wenn du trockene Linsen verwendest, brauchst du ungefähr 200 g. Koche sie nach Packungsangabe bissfest, gieße sie ab und lass sie vollständig abkühlen. Die genaue Ausbeute unterscheidet sich je nach Sorte.
  3. Halbiere die Tomaten. Würfle die Gurke und schneide die Zwiebel sehr fein. Wenn rohe Zwiebel zu scharf ist, übergieße sie für 30 Sekunden mit kochendem Wasser und lass sie anschließend abtropfen.
  4. Verrühre Zitronensaft, Senf, Pfeffer und Olivenöl.
  5. Mische zuerst Linsen, Tomaten, Gurke, Zwiebel und Petersilie mit dem Dressing. Lass den Salat zehn Minuten ziehen.
  6. Hebe Rucola und grob geteilte Sardinen erst unmittelbar vor dem Servieren unter. Probiere danach, ob überhaupt noch Salz fehlt.

Belugalinsen oder Puy-Linsen bleiben besonders fest. Tellerlinsen gehen ebenfalls, dürfen aber nicht weich gekocht sein. Rucola kannst du durch Babyspinat oder zusätzliche Petersilie ersetzen.

Eine verwandte Kombination findest du in meinem Thunfisch-Linsensalat. Sardinen schmecken kräftiger und vertragen meist etwas mehr Zitronensaft.

NährwertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 363 g
Kalorien97 kcal352 kcal
Eiweiß7,7 g28,0 g
Fett3,5 g12,7 g
Kohlenhydrate9,1 g33,0 g

7. Gerösteter Blumenkohl mit Sardinen und Kapernbröseln

Gerösteter Blumenkohl mit Sardinen, Kapern, Semmelbröseln und Zitrone

Kalorien pro 100 g: ca. 105 kcal
Für: 4 Personen
Vorbereitung: 15 Minuten
Garzeit: 30 Minuten
Gesamtzeit: 45 Minuten
Fertige Menge: ca. 1.050 g

Zutaten

  • 1 großer Blumenkohl, ca. 800 g geputzt
  • 240 g Sardinen in Öl, abgetropft
  • 2 1/2 EL Olivenöl, ca. 25 g
  • 40 g Semmelbrösel
  • 20 g Kapern
  • 3 EL Zitronensaft
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Heize den Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vor.
  2. Teile den Blumenkohl in gleich große, eher kleine Röschen. Dicke Strunkstücke schneidest du in dünne Scheiben. Sie sind essbar und müssen nicht weggeworfen werden.
  3. Mische den Blumenkohl direkt auf dem Blech mit 1 1/2 EL Öl, wenig Salz und Pfeffer. Verteile ihn möglichst in einer Lage. Liegen die Röschen übereinander, garen sie eher im eigenen Dampf und werden weniger braun.
  4. Röste den Blumenkohl 25 bis 30 Minuten. Wende ihn nach etwa 15 Minuten. Braune Kanten sind erwünscht, schwarze Spitzen nicht.
  5. Erhitze das übrige Öl in einer kleinen Pfanne. Brate die Semmelbrösel drei bis vier Minuten goldbraun. Rühre regelmäßig, damit die Unterseite nicht verbrennt.
  6. Gib die gut abgetropften Kapern für die letzte Minute dazu.
  7. Mische den heißen Blumenkohl mit Zitronensaft und Petersilie. Lege die Sardinenstücke darauf.
  8. Verteile die Kapernbrösel erst beim Servieren, damit sie knusprig bleiben.

Kapern sind verzichtbar. Eine fein gehackte Gewürzgurke bringt ebenfalls Säure, aber weniger salzige Tiefe. Glutenfreie Semmelbrösel oder grob gehackte Mandeln funktionieren auch.

Für eine größere Mahlzeit kannst du pro Person etwa 150 g gekochte Kartoffeln dazu servieren. Sie sind in der Tabelle nicht eingerechnet.

NährwertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 263 g
Kalorien105 kcal276 kcal
Eiweiß7,7 g20,3 g
Fett5,5 g14,5 g
Kohlenhydrate7,0 g18,4 g

Welche Zutaten passen zu Sardinen?

Kräftige Sardinen brauchen nicht automatisch viele weitere Zutaten. Oft reichen schon zwei oder drei passende Ergänzungen:

  • Säure: Zitrone, Weinessig, Tomaten oder eingelegte Kapern
  • Frische: Petersilie, Dill, Basilikum oder Fenchelgrün
  • Süße: langsam gegarte Zwiebeln, Rosinen oder geröstete Paprika
  • Schärfe: Chili, schwarzer Pfeffer oder wenig roher Knoblauch
  • Sättigung: Brot, Kartoffeln, Pasta, Fregola oder Linsen
Sechs verschiedene Sardinen-Gerichte auf einem großen Holztisch

Oliven, Fenchel und Tomaten passen sehr gut, müssen aber nicht gemeinsam in jede Sardinenmahlzeit. Auch Käse kann gut passen. Auf Pizza oder in der Fregola funktioniert eine kleine Menge. Pasta con le Sarde schmeckt für mich dagegen stimmiger mit gerösteten Bröseln.

Häufige Fragen zu Sardinen-Rezepten

Muss ich Sardinen aus der Dose kochen?

Nein. Sardinen aus der Dose sind vollständig gegart und können direkt aufs Brot oder in den Salat. In Pasta, Suppe und Pizza genügt kurzes Erwärmen. Langes Kochen macht die Filets eher trocken und lässt sie zerfallen.

Kann man die Gräten von Dosensardinen essen?

Ja. Durch die Sterilisation bei hoher Temperatur werden die kleinen Gräten weich. Wer ihre Struktur unangenehm findet, kann das Rückgrat vorsichtig herausheben. Für das Gelingen der Rezepte ist das nicht erforderlich.

Sind Sardinen und Sardellen das Gleiche?

Nein. Beide gehören zu den Heringsartigen, sind aber unterschiedliche Fische. Sardellen sind kleiner und schmecken nach dem Einlegen in Salz oder Öl meist deutlich intensiver.

Deshalb reichen in der Pasta con le Sarde zwei Sardellenfilets als Würze, während die Sardinen den eigentlichen Fischanteil bilden. Anchovis ist eine gebräuchliche Bezeichnung für entsprechend eingelegte Sardellen.

Sardinen in Öl oder im eigenen Saft – was ist besser?

Für Brot und Pizza schmecken Ölsardinen meist saftiger. Für Salat oder Suppe ist die Variante im eigenen Saft praktisch, wenn du die Menge an zusätzlichem Fett selbst bestimmen möchtest.

Die Nährwerte unterscheiden sich je nach Produkt deutlich. Achte deshalb auf die Angaben der Dose und auf das Abtropfgewicht.

Kann ich das Öl aus der Sardinendose verwenden?

Ja, sofern dir Geschmack und Qualität gefallen. Ich würde es trotzdem nicht automatisch vollständig über das Gericht gießen.

Lass die Sardinen zuerst abtropfen und verwende das Öl danach gezielt wie ein Würzöl. Für knuspriges Brot ist frisch dosiertes Olivenöl meist angenehmer.

Frischer Linsensalat und goldener Blumenkohl mit Sardinenfilets

Muss man frische Sardinen ausnehmen und entgräten?

Frische Sardinen müssen vor dem Garen ausgenommen werden. Am einfachsten kaufst du sie küchenfertig.

Bei kleinen, im Ganzen gebratenen Sardinen kann die Mittelgräte während des Garens im Fisch bleiben und anschließend auf dem Teller entfernt werden. Für Pasta oder andere Gerichte, in denen die Sardinen direkt untergemischt werden, sind aufgeklappte, entgrätete Filets bequemer.

Wie bewahre ich Reste auf?

Lass die Speisen nicht lange bei Raumtemperatur stehen und stelle sie in einem sauberen, geschlossenen Gefäß rasch kalt. Sardinenbrot und Linsensalat würde ich spätestens am nächsten Tag essen.

Pizza, Pasta, Fregola und Blumenkohl können gut gekühlt bis zu zwei Tage aufbewahrt werden. Die Muschelsuppe sollte spätestens am nächsten Tag vollständig durcherhitzt und danach nicht noch einmal eingelagert werden.

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