Meine besten Notizen entstehen selten an einem perfekt aufgeräumten Schreibtisch. Eher unterwegs. In einem Nachtzug zwischen Wien und Zagreb, in einer Bibliothek in Kopenhagen, an einem kleinen Tisch in Lissabon oder auf einer Bank vor einem Bahnhof, wenn man eigentlich nur kurz warten wollte und plötzlich eine ganze Szene vor sich hat.
Genau aus solchen Momenten schreibe ich.
Ich bin Lukas Schmidt und schreibe seit 2026 bei THE LIVES meine Kolumne über Lifestyle, Reisen, Alltag, Wohnen und die kleinen Entscheidungen, die ein Leben spürbar besser machen können.
Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Lifestyle für mich nichts mit teuren Dingen, perfekten Routinen oder makellos inszenierten Wohnungen zu tun hat. Viel spannender finde ich die Frage, wie Menschen ihr Leben tatsächlich gestalten: wie sie wohnen, wenn der Platz knapp ist; wie sie arbeiten, wenn der Tag zu voll wird; wo sie zur Ruhe kommen; was sie mitnehmen, wenn sie reisen; welche Orte ihnen guttun und welche Gewohnheiten sie irgendwann wieder loslassen.
In meinen Texten geht es deshalb oft um das, was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt: ein gutes Café, ein ruhiger Morgen, ein klug eingerichtetes Zimmer, ein Spaziergang durch ein fremdes Viertel oder eine Reise, die nicht perfekt geplant war, aber lange im Kopf bleibt. Mich interessiert nicht das perfekt vorzeigbare Leben, sondern der Alltag, wie er wirklich ist: manchmal schön, manchmal chaotisch, oft voller kleiner Entscheidungen, die mehr verändern, als man zuerst denkt.
Meine journalistische Grundlage habe ich im Bachelorstudium Journalistik an der Technischen Universität Dortmund gelegt. Dort ging es für mich nicht nur um Medientheorie, sondern sehr konkret um journalistisches Handwerk: Recherche, journalistische Darstellungsformen, Medienrecht, Medienethik, redaktionelles Arbeiten, multimediales Erzählen und die Arbeit in Lehrredaktionen für Text, Audio, Video und digitale Formate. Besonders wichtig war für mich das integrierte Volontärpraktikum, weil man dort schnell merkt, ob eine Idee auch außerhalb des Seminarraums trägt.
Schon während des Studiums interessierte mich weniger die große Nachricht als der genaue Blick auf das Leben in einer Stadt. Ich schrieb über Cafés, Kulturorte, kleine Läden, Ausstellungen, Wochenmärkte, Wohnviertel, junge Kreative und Menschen, die aus einer einfachen Idee etwas Eigenes gemacht haben. Aus dieser Mischung aus journalistischem Handwerk und Alltagsbeobachtung ist später mein Schwerpunkt entstanden: Reisen, Wohnen, Routinen, moderne Alltagsgestaltung und die Frage, was ein Leben im Kleinen leichter macht.
Nach dem Bachelor habe ich meine Arbeit mit Sprache und Redaktion an der Universität Hildesheim vertieft, im Master Literarisches Schreiben und Lektorieren. Dort ging es für mich vor allem darum, genauer an Texten zu arbeiten: an Ton, Aufbau, Rhythmus, Beobachtung, Überarbeitung und der Frage, wie aus einer persönlichen Erfahrung ein Text wird, der auch für andere Menschen etwas öffnet. Diese Zeit hat mir geholfen, journalistische Genauigkeit mit einer ruhigeren, erzählerischen Stimme zu verbinden.
Zusätzlich habe ich mein Profil durch Weiterbildungen geschärft. An der Akademie für Publizistik in Hamburg besuchte ich Kurse zu journalistischem Schreiben, Reportage, Interviewführung und Storytelling für Print- und Online-Formate. Später kamen berufsbegleitende Lehrgänge im Bereich Digitaler Journalismus und Blogging hinzu. Dort ging es um Themenfindung, Textstruktur, Nutzerführung, redaktionelle Planung, Online-Formate und die Frage, wie man Texte schreibt, die im Netz funktionieren, ohne ihre eigene Stimme zu verlieren.
Meine ersten redaktionellen Erfahrungen sammelte ich bei kleineren Stadt- und Kulturmedien. In Hildesheim arbeitete ich an lokalen Themen rund um Stadtleben, Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen, unter anderem im Umfeld des Stadtmagazins PUBLIC. Später kamen freie Beiträge und redaktionelle Projekte im Ruhrgebiet dazu, etwa für Kultur- und Stadtformate wie STROBO Ruhr und Nordstadtblogger. Dort ging es selten um große Inszenierung, sondern um das, was eine Stadt im Alltag ausmacht: Menschen, Orte, Gespräche, Kultur, Nachbarschaften und kleine Veränderungen, die man leicht übersieht.
Für lifestyle-nähere Themen arbeitete ich außerdem projektweise an Texten für regionale Magazine und Online-Formate, unter anderem im Umfeld von Top Magazin Dortmund. Dort beschäftigte ich mich stärker mit Wohnen, Genuss, Freizeit, Gastronomie, regionalen Persönlichkeiten, Design, Gesundheit und Stadtleben. Diese Arbeit hat meinen Blick dafür geschärft, dass ein Lifestyle-Text nicht automatisch oberflächlich sein muss. Er kann auch erklären, warum ein Raum angenehm wirkt, weshalb ein Ort Menschen anzieht oder warum eine kleine Gewohnheit den Alltag tatsächlich leichter macht.
In den letzten Jahren habe ich als freier Autor von verschiedenen Orten aus gearbeitet. Mal waren es Reiseessays und Stadtporträts, mal Interviews, Interior-Texte, Newsletter oder redaktionelle Konzepte für digitale Magazine, Tourismusprojekte und Lifestyle-Plattformen. Dabei beschäftige ich mich vor allem mit bewusstem Reisen, modernem Wohnen, urbanen Routinen, kleinen Auszeiten, persönlicher Organisation und Dingen, die den Alltag leichter machen, ohne ihn künstlich zu optimieren.
Bei THE LIVES schreibe ich über Orte, Gewohnheiten und Entscheidungen, die leise wirken, aber viel verändern können. Mich interessiert, warum manche Räume sofort angenehm sind, warum man von bestimmten Reisen erholt zurückkommt und von anderen nicht, warum kleine Routinen manchmal mehr bringen als große Vorsätze und weshalb man nicht jedes schöne Ding besitzen muss, nur weil es auf Fotos gut aussieht.
Ich versuche, solche Themen persönlich zu erzählen, aber nicht beliebig. Ein Text darf warm klingen, soll aber trotzdem ehrlich bleiben. Ich mag keine Ratschläge, die so tun, als könne man sein Leben mit drei perfekten Gewohnheiten neu ordnen. Meistens ist der Alltag komplizierter. Manchmal hilft schon ein besserer Rhythmus, ein freier Abend, ein aufgeräumter Tisch, ein Spaziergang ohne Ziel oder der Mut, eine Reise nicht bis zur letzten Minute durchzuplanen.
Wenn ich über ein Café schreibe, interessiert mich nicht nur der Kaffee. Mich interessiert, warum Menschen dort bleiben. Wie die Tische stehen. Welche Musik läuft. Ob man allein sitzen kann, ohne sich ausgestellt zu fühlen. Ob ein Ort wirklich angenehm ist oder nur gut fotografiert aussieht. Ähnlich ist es beim Wohnen, Reisen oder bei Routinen: Ich suche nicht nach der perfekten Lösung, sondern nach dem kleinen Unterschied, der im echten Alltag spürbar wird.
Zwischen zwei Artikeln sammle ich weiter Material, auch wenn es nicht immer sofort nach Arbeit aussieht. Ich fotografiere Straßenecken, notiere Gesprächsfetzen, besuche Flohmärkte, laufe ohne Ziel durch neue Viertel, koche einfache Gerichte nach Reisen nach und bringe aus fast jeder Stadt irgendein kleines Papierstück mit: eine Speisekarte, ein Ticket, eine Visitenkarte, manchmal nur eine Adresse. Zu Hause interessieren mich gute Musik, alte Möbel, Kaffee, Bücherstapel, lange Spaziergänge und Räume, in denen nicht alles perfekt sein muss.
Ich schreibe nicht darüber, wie man ein Leben makellos inszeniert. Mich reizt eher das Gegenteil: die kleinen, echten Verbesserungen, die man nicht sofort fotografieren muss. Ein besserer Umgang mit Zeit. Ein Ort, an dem man durchatmet. Ein Gegenstand, der bleibt. Eine Reise, die nicht nur Kulisse war. Eine Gewohnheit, die wirklich zum eigenen Leben passt.
In meiner Kolumne bei THE LIVES suche ich nach genau diesen Momenten: neugierig, ruhig und nah an dem Alltag, in dem sie tatsächlich passieren.