Vier Jamie Oliver Rosenkohl-Rezepte aus Ofen und Pfanne mit Gratin, Tarte, Parmesan und Speck

Jamie Oliver Rosenkohl: 7 beliebte Rezepte aus Ofen und Pfanne – mit Gratin, Salat und Tarte

Rosenkohl kann in der Küche zwei unangenehme Richtungen nehmen: innen noch hart oder so weich, dass nur der Kohlgeruch übrig bleibt. Jamie Olivers Rezepte umgehen beides ziemlich geschickt. Er röstet die Röschen im Ofen, brät sie in der Pfanne an, raspelt sie fein oder verbindet sie mit Käse, Joghurt, Maronen und knusprigem Brot.

Für diese Auswahl habe ich die Rosenkohl-Rezepte auf der offiziellen Jamie-Oliver-Seite geprüft. Die deutschen Titel sind übersetzt und leicht gekürzt, Zutaten und Grundtechnik bleiben nah am Original. Wer nach Rosenkohl noch weitere Jamie-Ideen sucht, findet bei ihm ähnlich viele Wege für Nudelsalat.

Die Nährwerte habe ich mit üblichen deutschen Produkten überschlagen. Sie sind deshalb Näherungswerte. Bei der Tarte bezieht sich die zweite Spalte auf ein Stück, bei allen anderen Rezepten auf eine Portion.

Rosenkohl vorbereiten, ohne ihn weich zu kochen

Frische Röschen fühlen sich fest an, die Blätter liegen eng an. Gelbe Außenblätter entferne ich, den trockenen Strunk schneide ich nur knapp ab. Große Köpfe halbiere ich durch den Strunk, damit sie zusammenhalten. Laut der Rosenkohl-Warenkunde reicht die Saison ungefähr von September bis März.

Jamie Oliver Rosenkohl aus der Pfanne mit geräuchertem Speck, Kastanien, karamellisierten Zwiebeln und Salbei

Das Gesundheitsportal des Bundes nennt Rosenkohl zusammen mit Grünkohl und Spinat als Gemüse, das unter anderem Vitamin C, Vitamin K, Folsäure und Kalium liefert. Für diese Rezepte ist aber vor allem die Oberfläche wichtig: Nach dem Waschen gut trocknen. Nasse Röschen rösten schlechter und dämpfen eher im eigenen Wasser.

Jamie Oliver Rosenkohl: 7 echte Rezepte

Die sieben Rezepte zeigen, wie unterschiedlich Rosenkohl schmecken kann: cremig überbacken, kräftig geröstet, fein gehobelt oder mit Maronen, Speck und Käse kombiniert. Ich beginne mit einem unkomplizierten Gratin und gehe danach zu Tarte, Salat sowie schnellen Varianten aus Ofen und Pfanne über.

1. Rosenkohl-Gratin mit Käse und Knoblauchbrot

Jamie Oliver Rosenkohl-Gratin aus dem Ofen mit Käse, Spinat und Knoblauchbrot

Das Original Brussels gratin wird nicht vorgekocht. Die Röschen rösten zuerst mit Knoblauch und Chili, danach kommen Spinatsauce und Knoblauchbrot-Brösel dazu. Aus Caterings kenne ich den praktischen Unterschied: Ein Gratin verzeiht zehn Minuten Wartezeit besser als eine volle Pfanne. Für eine größere Runde ist das angenehm.

Portionen: 8
Gesamtmenge: ca. 1.600 g
Portionsgröße: ca. 200 g
Kalorien: ca. 80 kcal pro 100 g
Vorbereitung: ca. 5 Minuten
Backzeit: ca. 35 Minuten
Gesamtzeit: ca. 40 Minuten

Zutaten

  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kg Rosenkohl
  • 1 EL Olivenöl
  • ½–1 TL Chiliflocken
  • 100 g Knoblauchbrot
  • 450 ml fettarme Milch
  • 100 g Babyspinat
  • 100 g Cheddar
  • 1 EL Mehl, Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Er sollte seine Temperatur erreicht haben, bevor das Blech hineinkommt. Vom Rosenkohl nur das trockene Ende des Strunks abschneiden und beschädigte Außenblätter entfernen. Die Röschen waschen und mit einem Küchentuch gründlich trocken tupfen. Sie bleiben für dieses Rezept ganz. Den Knoblauch schälen und in möglichst dünne Scheiben schneiden.
  2. Rosenkohl und Knoblauch auf einem großen, möglichst flachen Blech verteilen. Die Röschen sollen nebeneinander und nicht in mehreren Lagen liegen; auf einem zu kleinen Blech würden sie eher dämpfen als rösten. Mit 1 EL Olivenöl beträufeln, Chiliflocken sowie je eine kleine Prise Salz und Pfeffer darübergeben und alles mit den Händen oder zwei Löffeln vermengen.
  3. Das Blech auf die mittlere Schiene schieben und den Rosenkohl 20 Minuten rösten. Nach dieser Zeit dürfen die äußeren Blätter goldbraune Stellen zeigen. Die Mitte muss noch nicht vollständig weich sein, denn der Rosenkohl gart später in der Sauce weiter.
  4. Währenddessen das Knoblauchbrot in grobe Stücke reißen, im Mixer zu ungleichmäßigen Bröseln zerkleinern und in eine Schüssel füllen. Ein paar größere Krümel sind erwünscht: Sie werden später besonders knusprig. Der Mixbehälter muss nicht gespült werden.
  5. Milch, Babyspinat, zerbröselten oder grob geriebenen Cheddar und Mehl in den Mixer geben. So lange mixen, bis die Sauce gleichmäßig hellgrün ist und keine Mehlklümpchen mehr zu sehen sind. Ist der Mixer klein, lieber in zwei Portionen arbeiten, damit nichts überläuft.
  6. Das heiße Blech vorsichtig aus dem Ofen nehmen und auf eine hitzefeste Fläche stellen. Die Sauce gleichmäßig über den Rosenkohl gießen. Das Blech mit Ofenhandschuhen leicht vor- und zurückbewegen, damit die Flüssigkeit auch zwischen die Röschen läuft. Anschließend die Knoblauchbrot-Brösel locker verteilen; nicht in die Sauce drücken.
  7. Das Gratin weitere 15 Minuten backen. Fertig ist es, wenn die Sauce am Rand deutlich blubbert, die Brösel goldbraun sind und ein kleines Messer ohne starken Widerstand in einen Rosenkohl gleitet. Vor dem Servieren 5 Minuten stehen lassen. Dadurch beruhigt sich die Sauce und läuft beim Portionieren weniger auseinander.

Nährwerte

WertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 200 g
Kalorien80 kcal160 kcal
Eiweiß5,5 g11 g
Fett3,5 g7 g
Kohlenhydrate6,5 g13 g

2. Rosenkohl-Maronen-Tarte mit Käse

Jamie Oliver Rosenkohl-Maronen-Tarte mit Käse, Mandeln und knusprigem Teig

Im Original heißt sie Chestnut Brussels sprouts pie. Maronen stecken schon im Teig; die Füllung besteht aus Rosenkohl, Cheddar, Ricotta und etwas Blauschimmelkäse. Das ist kein schnelles Abendessen, sondern ein Gericht zum Vorbereiten.

Portionen: 12 Stücke
Gesamtmenge: ca. 2.640 g
Portionsgröße: ca. 220 g pro Stück
Kalorien: ca. 227 kcal pro 100 g
Vorbereitung: ca. 30 Minuten
Back- und Kochzeit: ca. 1 Stunde 20 Minuten
Kühlzeit: ca. 1 Stunde
Gesamtzeit: ca. 2 Stunden 50 Minuten

Zutaten

  • 250 g kalte Butter, plus etwas für die Form
  • 300 g Weizenmehl, plus etwas zum Ausrollen
  • 200 g gegarte Maronen
  • 4 Eier
  • 10 g Thymian
  • 2 Zwiebeln und 500 g Rosenkohl
  • 150 g Cheddar, 250 g Ricotta, 20 g Blauschimmelkäse
  • 150 ml Sahne mit 15–20 % Fett
  • 35 g Vollkornbrot und 50 g blanchierte Mandeln
  • 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine tiefe Tarteform mit herausnehmbarem Boden und 26 cm Durchmesser dünn mit Butter einfetten. Eine Form mit losem Boden erleichtert später das Herausheben; bei einer geschlossenen Form kann die Tarte auch direkt darin angeschnitten werden.
  2. Für den Teig müssen Butter und Maronen kalt sein. Butter in etwa 2 cm große Würfel schneiden und mit Mehl, Maronen und einer Prise Salz in die Küchenmaschine geben. Nur so lange pulsieren, bis grobe, feuchte Krümel entstehen. Ein Ei zufügen und erneut kurz pulsieren. Stoppen, sobald sich größere Teigklumpen bilden – der Teig soll im Gerät noch keine glatte Kugel werden.
  3. Die Krümel auf die Arbeitsfläche geben und mit beiden Händen lediglich zusammendrücken. Nicht kräftig kneten, sonst wird der Boden nach dem Backen fest statt mürbe. Den Teig flach drücken, abdecken und 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Als flache Scheibe kühlt er schneller und lässt sich später gleichmäßiger ausrollen.
  4. Die Teigmenge ist großzügig berechnet; für die Form wird nicht alles gebraucht. Ein Drittel des gekühlten Teigs abschneiden und für ein anderes Gericht kalt stellen oder einfrieren. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen und den Rest knapp 5 mm dick zu einem Kreis ausrollen, der einige Zentimeter größer als die Form ist. Klebt der Teig, etwas Mehl unterstäuben; reißt er, kurz warten, bis die Butter etwas weicher wird.
  5. Den Teig locker um das Nudelholz rollen und über der Form wieder abrollen. Zuerst auf den Boden legen, dann ohne Ziehen vorsichtig in den Übergang zwischen Boden und Rand drücken. Risse lassen sich mit kleinen Teigresten flicken. Überstehenden Teig am Rand abschneiden, den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen und die ausgekleidete Form weitere 30 Minuten kühlen. Dieser zweite Kühlgang verhindert, dass der Rand im Ofen stark zusammensackt.
  6. Für die Füllung die Zwiebeln schälen und grob hacken. Rosenkohl putzen, waschen, trocknen und in feine Scheiben schneiden. 25 g Butter mit 1 EL Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis etwas stärkerer Hitze schmelzen. Thymianblättchen, Zwiebeln und Rosenkohl hineingeben, einen kleinen Schluck Wasser zufügen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Das Gemüse etwa 20 Minuten garen und alle paar Minuten umrühren. Es soll süßlich und vollständig weich werden, aber kaum braun werden. Wird der Pfannenboden trocken, esslöffelweise Wasser ergänzen. Anschließend die Pfanne vom Herd nehmen und die Mischung mindestens lauwarm abkühlen lassen. Heiße Füllung würde die Eier zu früh stocken lassen.
  8. Für die Kruste Brot, Mandeln, die Blättchen von zwei Thymianzweigen und 1 EL Olivenöl im Mixer zu groben Bröseln verarbeiten. Nicht zu feinem Mehl mahlen, sonst fehlt später der knusprige Kontrast.
  9. Ein Stück Backpapier zerknüllen, wieder glatt streichen und auf den kalten Teig legen; so passt es leichter in die Ecken. Reis, getrocknete Bohnen oder keramische Backgewichte bis an den Rand einfüllen. Den Boden 15 Minuten blindbacken. Danach Papier und Gewichte vorsichtig herausheben und den leeren Boden weitere 5 Minuten backen, bis er trocken und leicht golden aussieht. Das Blindbacken verhindert, dass die feuchte Käsefüllung den Boden später durchweicht.
  10. Cheddar grob reiben und mit Ricotta, zerbröseltem Blauschimmelkäse, drei Eiern und einer guten Prise Pfeffer gründlich verrühren. Die abgekühlte Rosenkohlmischung unterheben, danach die Sahne vorsichtig einarbeiten. Die Masse soll gleichmäßig vermischt, aber nicht schaumig geschlagen sein.
  11. Die Füllung in den vorgebackenen Boden geben und bis zum Rand gleichmäßig verstreichen. Mandelbrösel locker darüberstreuen und die Tarte auf der mittleren Schiene etwa 50 Minuten backen. Sie ist fertig, wenn der Rand goldbraun ist und die Mitte beim leichten Bewegen der Form nur noch wenig wackelt. Vor dem Anschneiden mindestens 15 Minuten ruhen lassen; direkt aus dem Ofen ist die Füllung noch zu weich für saubere Stücke.

Nährwerte

WertPro 100 g, ca.Pro Stück, ca. 220 g
Kalorien227 kcal500 kcal
Eiweiß6,4 g14 g
Fett16,5 g36,4 g
Kohlenhydrate15,4 g33,8 g

3. Rosenkohlsalat Caesar-Style

Jamie Oliver Rosenkohlsalat Caesar-Style mit Parmesan, Croutons und Joghurtdressing

Bei Brussels sprouts Caesar-style bleibt ein Teil des Rosenkohls roh und fein geschnitten, der Rest bekommt in der Pfanne dunkle Stellen. Das Dressing aus Joghurt, Zitrone, Parmesan und Worcestersauce braucht wenig Öl. Wer gern mit Säure und Röstaromen spielt, findet bei unseren passenden Salaten weitere Kombinationen.

Portionen: 6
Gesamtmenge: ca. 900 g
Portionsgröße: ca. 150 g
Kalorien: ca. 107 kcal pro 100 g
Vorbereitung: ca. 10 Minuten
Pfannenzeit: ca. 15 Minuten
Gesamtzeit: ca. 25 Minuten

Zutaten

  • 50 g Parmesan, plus etwas zum Servieren
  • 1 Zitrone
  • 3 EL griechischer Joghurt
  • 1 kleine Handvoll Basilikum, Petersilie oder Dill
  • ½ TL Worcestersauce
  • 2 EL natives Olivenöl extra, plus etwas für die Croûtons
  • optional 3 Sardellenfilets
  • 500 g Rosenkohl
  • 2 dicke Scheiben altbackenes Brot
  • 1 Knoblauchzehe

Zubereitung

  1. Zuerst das Dressing vorbereiten. Den größten Teil des Parmesans fein reiben und in einen Standmixer geben. Die Schale einer halben Zitrone fein dazureiben und anschließend den Saft der ganzen Zitrone auspressen. Joghurt, Kräuter, Worcestersauce, 2 EL natives Olivenöl und nach Wunsch die Sardellen ergänzen. Alles glatt mixen und in eine große, flache Servierschüssel gießen. Mit zusätzlichem Salz zunächst vorsichtig sein: Parmesan, Worcestersauce und Sardellen bringen bereits Salz mit.
  2. Rosenkohl putzen, waschen und sehr gut trocknen. Die Hälfte der Röschen durch den Strunk halbieren, damit die Blätter zusammenhalten. Eine große beschichtete Pfanne ohne Öl bei mittlerer bis stärkerer Hitze erhitzen. Die Hälften mit der Schnittfläche nach unten hineinlegen. Die Pfanne nicht überfüllen; wenn die Stücke übereinanderliegen, lieber in zwei Durchgängen arbeiten.
  3. Den Rosenkohl zunächst einige Minuten möglichst wenig bewegen. Sobald die Schnittflächen dunkelbraun und stellenweise blasig sind, eine Hälfte anheben und kontrollieren. Danach wenden und noch kurz weitergaren. Fertig sind die Stücke, wenn ein kleines Messer in die Mitte gleitet, sie aber noch nicht weich auseinanderfallen.
  4. Während die Hälften braten, den restlichen Rosenkohl in 1–2 mm feine Streifen schneiden. Am einfachsten geht das mit einem Gemüsehobel; dabei unbedingt den Fingerschutz benutzen. Alternativ jedes Röschen mit einem scharfen Messer vom Kopf zum Strunk fein schneiden. Die rohen Streifen direkt auf das Dressing geben, die gebratenen Hälften darauf verteilen und die Pfanne wieder auf den Herd stellen.
  5. Das altbackene Brot in unregelmäßige Würfel von etwa 1 cm schneiden. In der noch heißen, zunächst trockenen Pfanne rösten und regelmäßig wenden, bis mehrere Seiten goldbraun sind. In der Mitte der Pfanne etwas Platz schaffen, den geschälten Knoblauch fein hineinreiben und wenig Olivenöl daraufträufeln. Sofort alles durchschwenken, damit der Knoblauch nicht an einer Stelle verbrennt.
  6. Einen Teil des restlichen Parmesans über die Croûtons reiben und die Pfanne nochmals schwenken. Nur so lange weiter erhitzen, bis der Käse geschmolzen ist und am Brot haftet. Die Croûtons auf den Salat geben, alles gründlich durchheben und zum Schluss Parmesan darüberhobeln. Sofort servieren: Nach längerer Standzeit wird der rohe Rosenkohl zwar zarter, die Croûtons verlieren aber ihre Knusprigkeit.

Nährwerte

WertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 150 g
Kalorien107 kcal160 kcal
Eiweiß4,7 g7 g
Fett7 g10,5 g
Kohlenhydrate5,2 g7,8 g

4. Gerösteter Rosenkohl aus dem Ofen

Jamie Oliver Rosenkohl aus dem Ofen mit Parmesan und frischer Zitronenschale

Das Original Roasted Brussels sprouts braucht nur Öl, Zitrone und optional Parmesan. Es passt zu Kartoffeln, Fisch oder einem kräftigen Rib-Eye.

Portionen: 5
Gesamtmenge: ca. 900 g
Portionsgröße: ca. 180 g
Kalorien: ca. 67 kcal pro 100 g
Vorbereitung: ca. 20 Minuten
Backzeit: ca. 20 Minuten
Gesamtzeit: ca. 40 Minuten

Zutaten

  • 1 kg Rosenkohl
  • 2 EL natives Olivenöl extra
  • 1 Bio-Zitrone
  • optional Parmesan
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und vollständig auf Temperatur kommen lassen. Bei diesem einfachen Rezept entsteht der Geschmack vor allem durch die starke Anfangshitze.
  2. Vom Rosenkohl nur die trockenen Strunkenden knapp abschneiden und welke oder gelbe Außenblätter entfernen. Die Röschen bleiben ganz. Anschließend waschen und sehr gründlich abtrocknen. Zwischen den Blättern verbliebenes Wasser würde auf dem Blech zu Dampf werden und die Bräunung bremsen.
  3. Den Rosenkohl auf ein großes, flaches Blech geben. 2 EL Olivenöl sowie je eine kleine Prise Salz und Pfeffer zufügen. Mit den Händen mischen, bis alle Röschen nur dünn mit Öl überzogen sind. Danach in einer einzigen Lage verteilen und etwas Abstand lassen. Bei einem kleinen Blech besser zwei Bleche verwenden, statt den Rosenkohl aufzuhäufen.
  4. Auf der mittleren Schiene 20 Minuten rösten. Nach etwa 15 Minuten kontrollieren: Die äußeren Blätter dürfen bereits deutlich braun und knusprig sein, sollen aber nicht schwarz werden. Sehr große Röschen können einige Minuten länger benötigen.
  5. Zum Prüfen ein kleines Messer oder eine Gabel bis in die Mitte eines großen Rosenkohls stechen. Es soll ohne starken Widerstand hineingehen, während die äußeren Blätter noch Struktur haben. Den heißen Rosenkohl auf eine Servierplatte geben und erst jetzt die Zitronenschale fein darüberreiben; im Ofen könnte die feine Schale bitter werden. Nach Wunsch wenig Parmesan darüberreiben und sofort servieren.

Nährwerte

WertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 180 g
Kalorien67 kcal120 kcal
Eiweiß3,9 g7 g
Fett4,3 g7,7 g
Kohlenhydrate4,3 g7,8 g

5. Geraspelter Rosenkohl mit Worcestersauce

Jamie Oliver geraspelter Rosenkohl aus der Pfanne mit Worcestersauce und Salbei

Das Original Brussels in a hustle setzt auf die feine Scheibe der Küchenmaschine. Das ist keine Spielerei: Ein Kilogramm Rosenkohl von Hand zu schneiden dauert. In der Testküche habe ich oft Garzeiten gestoppt; bei geraspeltem Kohl entscheiden ein paar Minuten darüber, ob er noch Struktur hat.

Portionen: 6
Gesamtmenge: ca. 1.050 g
Portionsgröße: ca. 175 g
Kalorien: ca. 69 kcal pro 100 g
Vorbereitung: ca. 10 Minuten
Pfannenzeit: ca. 15 Minuten
Gesamtzeit: ca. 25 Minuten

Zutaten

  • 1 rote Zwiebel
  • 50 g Butter
  • 4 Zweige Salbei
  • 1 kg Rosenkohl
  • 4 EL Worcestersauce
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Zuerst alle Zutaten bereitstellen, denn nach dem Schneiden gart der feine Rosenkohl schnell. Die rote Zwiebel schälen, vierteln und mit dem feinen Schneideeinsatz der Küchenmaschine in dünne Scheiben schneiden. Wer keine Maschine hat, halbiert die Zwiebel und schneidet sie mit einem scharfen Messer möglichst fein.
  2. Butter in einer sehr großen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Zwiebel hineingeben. Salbeiblätter von den Zweigen zupfen, fein schneiden und zufügen. Etwa 4 Minuten unter gelegentlichem Rühren garen. Die Zwiebel soll weich und glasig werden, aber noch nicht dunkelbraun sein.
  3. Währenddessen Rosenkohl putzen, waschen und trocknen. Die Röschen portionsweise durch denselben feinen Schneideeinsatz geben; den Stopfer verwenden und niemals mit den Fingern in Richtung Messer drücken. Ohne Küchenmaschine die Röschen halbieren, mit der Schnittfläche auf das Brett legen und in sehr dünne Streifen schneiden.
  4. Den gesamten Rosenkohl in die Pfanne geben und die Hitze erhöhen. Anfangs wirkt die Menge sehr groß, fällt beim Garen aber deutlich zusammen. Alles einmal gründlich mit Zwiebel und Butter vermengen, dann einen Deckel auflegen und etwa 10 Minuten garen. Zwei- bis dreimal umrühren, damit die unteren Streifen nicht anbrennen.
  5. Klebt der Kohl am Pfannenboden, 1–2 EL Wasser am Rand zugießen und sofort wieder abdecken. Mehr Flüssigkeit ist meist nicht nötig. Am Ende sollen die Streifen weich sein, aber noch erkennbare Struktur besitzen und nicht in Wasser liegen.
  6. Worcestersauce gründlich unterheben und erst danach probieren. Sie ist bereits würzig und salzig, deshalb zusätzliches Salz nur nach Bedarf verwenden. Den Herd ausschalten. Die Knoblauchzehe schälen, direkt in die heiße Pfanne pressen und alles gut vermengen. Mit Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Nährwerte

WertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 175 g
Kalorien69 kcal120 kcal
Eiweiß2,9 g5 g
Fett4 g7 g
Kohlenhydrate4,5 g7,8 g

6. Rosenkohl mit Speck und Maronen

Jamie Oliver Rosenkohl mit Speck, Maronen, Zwiebeln und Kräutern aus der Pfanne

Bei Brilliant Brussels rösten Speck und Maronen zuerst, Zwiebeln und Kräuter garen danach langsam. Die Röschen werden separat nur fünf Minuten gekocht und erst am Ende untergehoben. So bleibt der Speck knuspriger und der Rosenkohl hat noch Biss.

Portionen: 12 Beilagenportionen
Gesamtmenge: ca. 1.440 g
Portionsgröße: ca. 120 g
Kalorien: ca. 100 kcal pro 100 g
Vorbereitung: ca. 10 Minuten
Kochzeit: ca. 45 Minuten
Gesamtzeit: ca. 55 Minuten

Zutaten

  • 2 Zwiebeln
  • 15 g Thymian oder 10 g Salbei
  • 6 Scheiben geräucherter Bauchspeck, ca. 120 g
  • 1 EL Olivenöl
  • 200 g gegarte Maronen
  • 1 kg Rosenkohl
  • 40 g Butter, Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Die Zwiebeln schälen und nicht zu grob hacken. Thymianblättchen von den Zweigen streifen und fein schneiden; bei Salbei die Blätter abzupfen und ebenfalls fein schneiden. Den Speck quer in kräftige Streifen schneiden. Maronen mit den Fingern grob zerbrechen, sodass kleine und größere Stücke entstehen.
  2. Eine große, schwere Pfanne zunächst ohne Zutaten bei starker Hitze heiß werden lassen. Einen kleinen Tropfen Öl und den Speck hineingeben, dann die Hitze sofort auf mittlere Stufe reduzieren. Den Speck einige Minuten braten und gelegentlich wenden. Er soll leicht goldbraun werden und etwas Fett abgeben, aber noch nicht vollständig hart und dunkel sein.
  3. Die Maronen zum Speck geben und etwa 5 Minuten mitbraten. Dabei regelmäßig umrühren, damit ihre Kanten tief goldbraun werden. Danach Zwiebeln und Kräuter zufügen, die Hitze auf eine kleine Stufe stellen und alles ungefähr 30 Minuten langsam garen. Nur gelegentlich umrühren. Die Zwiebeln sollen sehr weich und süßlich werden; starke Bräunung oder Anbrennen ist hier nicht das Ziel.
  4. Während die Zwiebeln garen, den Rosenkohl vorbereiten. Trockene Strunkenden abschneiden und beschädigte Außenblätter entfernen. Kleine Röschen ganz lassen, große durch den Strunk halbieren. Dadurch benötigen alle ungefähr dieselbe Garzeit.
  5. Einen großen Topf mit ausreichend Salzwasser zum Kochen bringen. Den Rosenkohl vorsichtig hineingeben und ab dem erneuten Aufkochen etwa 5 Minuten garen. Nach 4 Minuten ein großes Stück herausnehmen und probieren oder mit einem Messer prüfen. Die Mitte soll gerade weich werden, aber noch spürbaren Biss besitzen – in der Pfanne gart der Rosenkohl später noch kurz nach.
  6. Den Rosenkohl in ein Sieb abgießen und gründlich ausdampfen lassen. Bleibt viel Wasser zwischen den Blättern, verdünnt es die Speck-Maronen-Mischung. Anschließend in die Pfanne geben und alles behutsam vermengen. Dabei mit dem Kochlöffel auch die würzigen braunen Stellen vom Pfannenboden lösen.
  7. Butter unterrühren, bis sie geschmolzen ist und alle Zutaten leicht überzieht. Erst jetzt probieren und mit Pfeffer sowie nur bei Bedarf mit Salz abschmecken, denn der Speck bringt bereits Salz mit. Sofort servieren. Zum Vorbereiten die fertige Mischung rasch abkühlen, kalt stellen und später bei mittlerer Hitze mit einem kleinen Schuss Wasser zugedeckt erwärmen.

Nährwerte

WertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 120 g
Kalorien100 kcal120 kcal
Eiweiß4,2 g5 g
Fett5,8 g7 g
Kohlenhydrate10,8 g13 g

7. Gebratener Rosenkohl aus der Pfanne mit 5 Zutaten

Jamie Oliver gebratener Rosenkohl aus der Pfanne mit Joghurt und Croutons

Charred Brussels stammt aus 5 Ingredients Mediterranean. Öl, Salz und Pfeffer zählen bei diesem Konzept nicht zu den fünf Hauptzutaten. Beim Braten zeigt sich schnell: Eine volle Pfanne ist selten eine schnelle Pfanne. Liegen die Hälften übereinander, bräunen sie kaum.

Portionen: 4
Gesamtmenge: ca. 860 g
Portionsgröße: ca. 215 g
Kalorien: ca. 140 kcal pro 100 g
Vorbereitung: ca. 5 Minuten
Pfannenzeit: ca. 20 Minuten
Gesamtzeit: ca. 25 Minuten

Zutaten

  • 500 g Rosenkohl
  • 50 g Parmesan, plus etwas zum Servieren
  • 250 g griechischer Joghurt
  • ½ Zitrone
  • 2 dicke Scheiben Sauerteigbrot
  • außerdem Olivenöl, Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Rosenkohl putzen, waschen und sehr gut trocknen. Jedes Röschen durch den Strunk halbieren, damit die Blätter beim Braten zusammenhalten. Eine große beschichtete Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Hälften möglichst mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander hineinlegen. Reicht die Fläche nicht aus, in zwei Durchgängen arbeiten; eine überfüllte Pfanne erzeugt Dampf und kaum Röstaromen.
  2. Den Rosenkohl insgesamt etwa 15 Minuten ohne Deckel braten. Die Stücke zunächst mehrere Minuten liegen lassen, bevor sie bewegt werden, damit die Schnittseiten dunkel und blasig werden. Danach gelegentlich wenden, damit auch die runden Seiten Hitze bekommen. Die dunklen Stellen sind erwünscht, vollständig schwarze Flächen schmecken dagegen bitter.
  3. Einen großen Rosenkohl mit einem kleinen Messer prüfen. Außen soll er kräftig geröstet sein, innen muss das Messer leicht hineingleiten und beim Anschneiden darf sichtbar Dampf aufsteigen. Ist die Außenseite schon dunkel, die Mitte aber noch hart, die Hitze etwas reduzieren und einige Minuten weitergaren. Den fertigen Rosenkohl auf ein Brett oder einen Teller geben.
  4. Während der Rosenkohl brät, den Großteil des Parmesans fein reiben. Mit Joghurt und dem Saft der halben Zitrone verrühren, dann mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken. Die Creme soll dick bleiben und nicht fließen. Gleichmäßig auf eine große, flache Servierplatte streichen.
  5. Das Brot in Würfel von ungefähr 1 cm schneiden. Die leere Pfanne auf mittlere bis starke Hitze stellen, die Brotwürfel mit einem kleinen Schuss Olivenöl hineingeben und etwa 4 Minuten rösten. Häufig wenden, damit mehrere Seiten goldbraun werden. In den letzten Sekunden etwas vom übrigen Parmesan fein darüberreiben und sofort durchschwenken. Der Käse soll am Brot schmelzen, nicht am Pfannenboden dunkel werden.
  6. Rosenkohl und heiße Croûtons auf der Joghurtcreme verteilen. Mit dünnen Parmesanspänen und wenigen Tropfen nativem Olivenöl vollenden. Erst unmittelbar vor dem Essen locker mischen: So bleiben die Croûtons knusprig und der heiße Rosenkohl trifft erst auf dem Teller auf den kühlen Joghurt.

Nährwerte

WertPro 100 g, ca.Pro Portion, ca. 215 g
Kalorien140 kcal300 kcal
Eiweiß8,8 g19 g
Fett4,2 g9,1 g
Kohlenhydrate16,9 g36,4 g

Welches Rosenkohl-Rezept passt wann?

Für einen normalen Wochentag nehme ich den gerösteten oder geraspelten Rosenkohl. Der Caesar-Salat und die Fünf-Zutaten-Pfanne funktionieren als leichtes Mittagessen. Gratin und Maronen-Speck-Rosenkohl passen besser zu mehreren Beilagen. Die Tarte braucht Zeit, lässt sich dafür vollständig vorbereiten und später bei 160 °C etwa 15 Minuten aufwärmen.

Drei moderne Jamie Oliver Rosenkohl-Rezepte aus Ofen und Pfanne mit Parmesan, roten Zwiebeln, Joghurt und Croutons

Wenn nur ein Rezept auf den Tisch soll, ist der geröstete Rosenkohl der einfachste Einstieg; für Gäste wirken Gratin, Tarte oder die Pfanne mit Joghurt besonderer.

Reste gehören nach dem Abkühlen in den Kühlschrank. Salat mit Dressing esse ich möglichst am selben Tag; gegarte Varianten halten gut verschlossen etwa zwei Tage. Beim Aufwärmen nehme ich lieber Pfanne oder Ofen als die Mikrowelle, weil Rosenkohl und Croûtons dort wieder etwas trockener und knuspriger werden.

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